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Griechenland hat die Konvergenzkriterien erreicht und wurde am 4.5.00 von der Europäischen Kommission als zwölftes Mitglied vorgeschlagen. | Greece has now met the convergence criteria and is suggested to enter the union as the 12th member. |
Die Europäische Kommission hat heute ihren Konvergenzbericht 2000 angenommen, in dem sie zu dem Schluss gelangt, dass Griechenland die notwendigen Voraussetzungen für die Einführung der einheitlichen Währung, des Euro, erfüllt. Auf der Grundlage dieses Berichts wie auch des Konvergenzberichts der Europäischen Zentralbank (der ebenfalls heute veröffentlicht wird) schlägt die Kommission dem Rat vor, die für Griechenland geltende Ausnahmeregelung mit Wirkung vom 1. Januar 2001 aufzuheben. Es wird erwartet, dass die endgültige Entscheidung vom Rat "Wirtschafts- und Finanzfragen" nach Anhörung des Europäischen Parlaments und nach einer Aussprache der Staats- und Regierungschefs in Santa Maria da Feira am 19./20. Juni getroffen wird.
In ihrem diesjährigen Konvergenzbericht gelangt die Kommission zu dem Schluss, dass Griechenland einen hohen Grad an dauerhafter Wirtschaftskonvergenz erreicht hat. Auch in Anbetracht des Konvergenzberichts der EZB schlägt die Kommission vor, dass Griechenland ab 1. Januar 2001 die Einheitswährung einführt. Griechenland beabsichtigt, Euro-Banknoten und -Münzen am 1. Januar 2002, d.h. zum gleichen Zeitpunkt wie die gegenwärtigen 11 Mitglieder des Euro-Gebiets, einzuführen.
Inflation
Die durchschnittliche Inflationsrate lag in Griechenland in den zwölf Monaten bis März 2000 bei 2,0 % und damit unter dem Referenzwert von 2,4 %. Die griechische Inflationsrate ist seit Dezember 1999 gleich hoch wie der Referenzwert oder sogar niedriger. Die grössere Preis- stabilität ist gesund fundiert. Allerdings bestehen auch Risiken im Zusammenhang mit dem Rückgang der Kurzfristzinsen und der Annäherung des Wechselkurses an den Umrechnungskurs im Vorfeld der Einführung des Euro. In dieser Hinsicht wird die griechische Regierung an ihrer stabilitätsorientierten Strategie festhalten müssen, insbesondere an einem straffen haushaltspolitischen Kurs und einer weiterhin moderaten Lohnentwicklung, um ein etwaiges Wiederaufleben inflationärer Spannungen auf mittlere Sicht zu vermeiden. Griechenland erfüllt das Preisstabilitätskriterium.
Die Finanzlage der öffentlichen Hand
Die Ratsentscheidung vom 26. September 1994 über das Bestehen eines übermässigen Defizits in Griechenland wurde am 17. Dezember 1999 aufgehoben. Nach den neuesten Zahlen wurde das öffentliche Defizit von 10,2 % des BIP im Jahr 1995 auf 1,6 % des BIP im Jahr 1999 und damit unter den Referenzwert von 3 % gesenkt. Nach dem aktualisierten Konvergenzprogamm Griechenlands von 1999 wird die Haushaltskonsolidierung das Defizit voraussichtlich weiter bis auf 0,2% des BIP 2001 zurückführen; im Jahr 2002 dürfte sich ein Überschuss von 0,2 % des BIP ergeben. Die öffentliche Schuldenquote erreichte 1996 mit 111,3 % des BIP ihren höchsten Stand und ist seither jedes Jahr zurückgegangen. Der Schuldenstand wird voraussichtlich weiter zurückgeführt und im Jahr 2001 unter 100 % des BIP sinken. Somit erfüllt Griechenland das Kriterium bezüglich der Finanzlage der öffentlichen Hand.
DerWechselkurs
Die Griechische Drachme (GRD) hat seit März 1998 am WKM und seit Januar 1999 am WKM II teilgenommen, also zum Zeitpunkt dieser Bewertung insgesamt länger als zwei Jahre. Der Leitkurs der GRD wurde im Januar 2000 gegenüber dem Euro aufgewertet. Während des Berichtszeitraums notierte die GRD oberhalb ihres Leitkurses, was u.a. die höheren Zinssätze in Griechenland widerspiegelte. Die GDR war keinen starken Spannungen ausgesetzt. Griechenland erfüllt das Wechselkurskriterium.
Langfristzinsen
Der durchschnittliche langfristige Zinssatz lag in Griechenland in den 12 Monaten bis März 2000 bei 6,4 % und damit unter dem Referenzwert von 7,2 %. Die Verringerung des Zinsgefälles in den Jahren 1998 und 1999 führte zu einer schrittweisen Senkung des griechischen Durchschnittszinses, der ab Oktober 1999 unter den Referenzwert sank. Griechenland erfüllt das Kriterium der Zinskonvergenz.
Quelle: Europäische Kommission